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Was hat es mit dem Perchtenlaufen auf sich?

Mythologisch

Ursprünglich scheint die "Perchta-Hulda" (Perchta =Bertha, Hulda =Hölle) eine Tote Seele (ein Dämon, Geist oder Irrlicht)gewesen zu sein. Aus einer Gruppe von Geistern hatte sich zunehmend ein einzelner hervorgetan. Dennoch sind die Hulden oder die Perchten , die in der "Wilden Jagd" durch die Lüfte schwirren, immer noch als Begleiterin der Perchta-Hulda bekannt. Sie treiben im Aberglauben vor allem in den Rauhnächten, also zwischen Heiligabend und den Heiligen Drei Königen, ihr Unwesen.

Perchta und Hulda sind dämonische Spinnerinnen, deren Attribute ein Wollknäul, das niemals zu Ende geht und eine Spindel sind. Diese Mythologie lässt sich bis in das antike Griechenland zurückführen, wird aber auch im deutschen Märchen von Frau Holle weiter aufrecht erhalten. Gerade in den Rauhnächten wird die Perchta-Hulda zum Beispiel zur Erklärung für Sturm, Regen und Schnee.

Perchta wie Hulda bestrafen Faulheit und unangebrachte Neugier mit Hilfe ihres Atems, der töten oder blenden kann. Umgekehrt werden Fleiß und Hilfsbereitschaft belohnt. Die Perchta wird als altes, verwahrlostes Weib dargestellt, das einen verkrüppelten (vom Spinnen zu groß geratenen oder auch enten- oder gänseförmigen) Fuß hat. Die Attribute überschneiden sich hier mit denen der Hexenfigur des Aberglaubens. In der christianisierten Form werden der Perchta-Hulda zunehmend Attribute der Maria beigefügt (z.B. wird die in der Form der "weissen Frau" bekannte Perchta-Hulda von einer Schar unschuldiger Kinder begleitet). Ihr Tag ist der 6. Januar (Epiphanias bzw. Dreikönigstag). Perchta wie Hulda fahren dann durch Lüfte und müssen besänftigt werden, was vor allem mit Bier und Kuchen möglich ist.

Der Perchtenbrauch

Die Percht als Teil der Wilden Jagd war bereits in der Antike fester Bestandteil der Neujahrszeremonien. Mit der zunehmenden Christianisierung im Alpenraum zu Beginn des Mittelalters wurde die Perchta-Hulda und ihr wildes Treiben allerdings zunehmend als unchristlicher Aberglaube abgetan und es gab Anstrengungen seitens der katholischen Kirche dieses Brauchtum zu unterbinden. Im 19. Jahrhundert erlebte dieser Brauch eine Renaissance; bis in die 50er Jahre und auch in jüngster Zeit finden sich in manchen Orten, vor allem in Süddeutschland und Österreich, die Perchtenläufe, insbesondere in der Zeit um den 5. Dezember und in der Nachweihnachtszeit. Inwieweit das Perchtenlaufen wirklich auf heidnische Bräuche zurückgeht, ist umstritten.

In Wien wird das Fest der Perchta eher als touristische Attraktion, denn als wirklicher Brauch gefeiert. Trotzdem hat es seinen Charme, wenn maskierte Schönperchten (Tresterer) und Schiachperchten ("hässlich") einen Brauch darstellen, der heutzutage auch in anderen Ländern (Italien, Schweiz, Deutschland) Anhänger hat.

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